Wolle, Seide und ein Hauch von Luxus
Das Klischee hält sich hartnäckig: In Filmen tragen Wikinger meistens zerschlissene, braune Lederklumpen, dreckige Felle und düstere Farben. Doch archäologische Funde zeichnen ein völlig anderes Bild. Die Menschen der Wikingerzeit liebten Mode, legten großen Wert auf ihr Äußeres und zeigten ihren Status stolz durch ihre Kleidung.
Die Basis für fast jedes Kleidungsstück waren Wolle und Leinen. Wolle war perfekt für das raue skandinavische Klima, da sie selbst feucht noch wärmte. Leinen hingegen war angenehm auf der Haut und wurde meist für die Unterkleidung genutzt.
Ein Meer aus Farben und Luxusstoffen
Wer es sich leisten konnte, trug Farbe. Die Wikinger nutzten Pflanzen, Rinden und Mineralien, um ihre Stoffe zu färben: Krappwurzel färbte Stoffe in ein kräftiges Rot. Waid sorgte für ein tiefes Blau – die Farbe der Oberschicht. Resede und Birkenblätter brachten leuchtendes Gelb.
Je leuchtender die Kleidung war, desto wohlhabender war der Träger. Durch den Fernhandel gelangten zudem edle Seidenstoffe aus Byzanz und filigrane Silberfäden in den Norden, die als feine Borten auf die Kleidung genäht wurden.
Überraschende Details der Wikinger-Mode
Pferdehaar für die Form: Um Röcken oder Mänteln mehr Stand und Struktur zu verleihen, wurden manchmal Pferdehaare in die Säume eingewebt.
Hygiene als Accessoire: Zu jedem guten Outfit gehörte ein am Gürtel befestigtes Pflegeset aus verzierten Knochen-Kämmen, Pinzetten und Ohrlöffelchen. Die Wikinger waren für damalige Verhältnisse extrem gepflegt.
Die Kleidung der Wikinger war also alles andere als langweilig – sie war ein stolzes Statement aus Handwerkskunst und lebendigen Farben.
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